Ein einmaliger Einblick in die Redaktionsarbeit des Politikmagazins MONITOR

MIT EIGENEN AUGEN

Dokumentarfilm | D 2020 | 110 Minuten

Kinostart: 11. November 2021

Monitor gehört zu den renommiertesten Politikmagazinen im deutschen Fernsehen und ist seit seiner Gründung im Jahr 1965 bekannt für investigativen, meinungsstarken und häufig auch polarisierenden Journalismus. Heute wird die Sendung alle drei Wochen in der ARD ausgestrahlt und erreicht durchschnittlich zwischen zwei und drei Millionen Zuschauer.

Der Dokumentarfilm „Mit eigenen Augen“ beobachtet die Redaktion rund um Moderator und Redaktionsleiter Georg Restle bei der täglichen Arbeit und konzentriert sich dabei auf die Entstehung einer Monitor-Sendung. Als die ersten Beiträge bereits in Produktion sind, wird öffentlich, dass der Rechtsextremist Stephan E. als dringend tatverdächtig gilt, den CDU-Politiker Walter Lübcke erschossen zu haben. Die Journalisten reagieren auf die neue Situation und stellen die geplante Sendung kurzfristig um. Unter Zeitdruck beginnt eine aufwändige Recherche zum Thema Rechtsterrorismus, in deren Verlauf die Redaktion exklusive Informationen zum Tatverdächtigen erhält. Doch als ihre Berichterstattung in Frage gestellt wird, gerät die Produktion ins Stocken.

Journalismus bedeutet, Entscheidungen zu treffen. Durch die digitale Revolution werden diese Entscheidungen zunehmend komplizierter. Die „Fake-News“- Debatte, die in den letzten Jahren aufgekommen ist, steht exemplarisch für eine Zeit, die auch als „postfaktisch“ deklariert wird. Falschmeldungen und Gerüchte, die sich in sozialen Netzwerken und Massenmedien in Windeseile verbreiten, prägen unsere Gesellschaft. Journalisten und Redaktionen, die diesen Entwicklungen durch seriöse Berichterstattung entgegenwirken wollen, stehen vor großen Herausforderungen.

HINTERGRUND

„Mit eigenen Augen“ ist der sechste abendfüllende Dokumentarfilm von Miguel Müller-Frank. Knapp drei Jahre hat er für diesen Film recherchiert und dafür mehrere Redaktionen in Deutschland bei ihrer Arbeit beobachtet. Nach vielen Anfragen und Vorgesprächen erklärte sich die Monitor Redaktion bereit, ihren Alltag für das Projekt, das ohne Fernsehgelder und allein mit Mitteln der Film- und Medienstiftung NRW zustande kam, offen zu legen und sich über zwei Monate täglich bei der Arbeit filmen zu lassen. So bekommen die Zuschauerinnen und Zuschauer einen einmaligen Einblick in das Innenleben einer der bekanntesten Politikredaktionen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, der in Zeiten der Digitalisierung der Medien mehr denn je gefordert ist.

TRAILER

PRESSESTIMMEN

„Müller-Frank filmte in einer besonders aufregenden Phase: Während der Dreharbeiten wurde der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke von einem Rechtsradikalen ermordet, ein Ereignis, das die Republik erschütterte und die Nachrichten bestimmte. Auch die ‚Monitor‘-Redaktion beschäftigte sich natürlich mit dem Mord, recherchiert Hintergründe, verfolgt erste Spuren zum Täter, will der Konkurrenz zuvorkommen, dabei aber keine Fehler machen.

Wie sehr das Ziel, möglichst nah an den Fakten zu erzählen, die Arbeit der ‚Monitor‘-Redaktion bestimmt, zeigt Miguel Müller-Frank in ‚Mit eigenen Augen‘ auf eindringliche Weise.“ Programmkino.de

„‚Mit eigenen Augen‘ … ist man sofort drin. Mittendrin in einem redaktionellen Prozess, der in solch einer intensiven und aufwändigen Form wahrscheinlich die seltene Ausnahme in deutschen Medienunternehmen ist. Regisseur Miguel Müller-Frank und vor allem seine Kamerafrau Laura Emma Hansen fangen die Entstehung einer Ausgabe des investigativen Fernsehmagazins Monitor ein. Konsequent zeigt die Kamera, begleitet von einem selten guten Ton, in beeindruckend intensiven Bildern allein die Akteure im redaktionellen Prozess.“ Verdi Filmtipp

„Er beobachtet, wie eine Sendung des WDR-Politmagazins „Monitor“ gemacht wird. Als wäre sie unsichtbar, ist seine Kamera dabei in den paar Redaktionsräumen, wo das Redaktionsteam um Moderator Georg Restle die Sendung plant und zusammenstellt. Zwischen Abspann der einen und Ansagemoderation der nächsten Sendung liegen Besprechungen und Telefonate, es werden Gutachter beauftragt, Beiträge konzipiert, Videofilme geschnitten, Kommentare eingesprochen. Wir sind mit dabei, scheinbar unbemerkt von den Monitor-Mitarbeiter*innen: Regisseur Müller-Frank ist es offenbar gelungen, ein höchst vertrauensvolles Verhältnis zur Redaktion aufzubauen.“ Kinozeit.de

JURY-BEGRÜNDUNG FILMPREIS NRW

Film Festival Cologne 2020

„Der Dokumentarfilm MIT EIGENEN AUGEN von Miguel Müller-Frank zeigt anhand des Büroalltags beim WDR-Politmagazin Monitor, wie Nachrichten gemacht werden. Bei stetig steigendem Druck angesichts nahender Deadlines versucht die Redaktion, sowohl den eigenen Ansprüchen an kritischen Investigativjournalismus gerecht zu werden als auch der Konkurrenz im News-Wettbewerb einen Schritt voraus zu sein. Laura Emma Hansens Kamera beobachtet das hektischer werdende Geschehen durchgehend mit stoischer Ruhe. Dieser Kontrast ist so wesentlich wie die Tatsache, dass der Film die Büroräume nie verlässt. Die Konzentration gibt den Zuschauer*innen viel Raum und Zeit, redaktionelle Strukturen und Hierarchien zu erfassen. Wir dürfen uns, wie es der Titel verspricht, selbst ein Bild vom journalistischen Betrieb und seinen Bedingungen machen.“

STILLS

CAST

Mit
Georg Restle
Achim Pollmeier
Stephan Stuchlik
Jochen Taßler
Julia Regis
Lara Straatmann
Klaus Martens
Nikolaus Steiner
Peter F. Müller
Jan Schmitt

u.a.

CREW

Buch und Regie Miguel Müller-Frank
Kamera Laura Emma Hansen
Dramaturg Herbert Schwarze
Ton Moritz Minhöfer, Till A. von Reumont, Adrian Schwegler, Armin Badde
Schnitt Ivan Morales Jr., Miguel Müller-Frank
Sound Design Till Schaarschmidt
Farbkorrektur Max Rüngeler
Produzenten Jörg Siepmann, Harry Flöter
Producerin Regina Jorissen
Prod. Assistenzen Cornelius Mücke, Nina Bayer, Jean Maureen Maher
Verleih Real Fiction Filmverleih

REGIESTATEMENT

Miguel Müller-Frank

„Was wir über die Gesellschaft, ja über die Welt, in der wir leben, wissen, wissen wir durch die Massenmedien“, schrieb der Soziologe Niklas Luhmann. Doch wenn wir etwas über die Welt, in der wir leben, verstehen wollen, müssen wir nicht nur die Nachrichten verstehen, sondern auch diejenigen, die sie gestalten.

Im Jahr 2016 begann ich, über die Arbeit von Journalistinnen und Journalisten in Deutschland zu recherchieren. Schließlich konzentrierte ich meine Recherche auf die Arbeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks – aus der Überzeugung heraus, dass dieser für unsere Demokratie und freie Gesellschaft elementar ist. Wir brauchen eine unabhängige Berichterstattung, die sich emanzipieren sollte von Marktlogik und Konformitätsdruck. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat eine enorme Verantwortung. Das bedeutet für mich auch, dass Außenstehende sich ernsthaft mit ihm auseinandersetzen sollten.

Nach vielen Vorgesprächen und teilnehmender Beobachtung in verschiedenen öffentlich-rechtlichen Redaktionen, entschied ich, meinen Film auf die Arbeit von Monitor zu konzentrieren. Alle RedakteurInnen und MitarbeiterInnen willigten ein, sich über zwei Monate täglich von meinem Team und mir bei der Arbeit mit der Kamera beobachten zu lassen. Ich finde den Mut der Redaktion, ein solches Projekt zuzulassen, bemerkenswert. Gerade in Zeiten von Social Media-Hysterie und übervorsichtigen Kommunikationsstrategien bedeutender Institutionen.

BIOGRAFIE REGIE

Miguel Müller-Frank, geboren 1989 in Palma de Mallorca, aufgewachsen in Köln und Madrid. Nach dem Abitur im Jahr 2009 realisiert er als Autodidakt mehrere abendfüllende Dokumentarfilme, u.a. in Koproduktion mit WDR/3sat und ZDF/Das kleine Fernsehspiel. Von 2013-2016 postgraduales Studium an der Kunsthochschule für Medien Köln, das er mit dem Diplomfilm „Las lentejas y el Destino“ abschließt. Im Jahr 2017 wird er mit dem Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen für junge Künstlerinnen und Künstler ausgezeichnet.

FILMOGRAFIE

2020 – Mit eigenen Augen
Dokumentarfilm, 110 min
Buch / Regie
Gefördert durch die Film- und Medienstiftung NRW

2017 – Las lentejas y el Destino
Dokumentarfilm, 75 min
Produzent / Buch / Regie
Gefördert durch die Film- und Medienstiftung NRW

2015 – In der Schwebe
Dokumentarfilm, 71 min
Buch / Regie
In Koproduktion mit ZDF/Das kleine Fernsehspiel

2012 – Wahrer Anfang
Dokumentarfilm, 82 min
Produzent / Buch / Regie
In Koproduktion mit WDR/ 3sat

2010 – Nachtfragmente
Dokumentarfilm, 87 min
Produzent / Buch / Regie
In Koproduktion mit WDR/3sat

2009 – Zwischen Welten
Dokumentarfilm, 82 min
Produzent / Buch / Regie
In Koproduktion mit WDR/3sat